Die Gestalttherapie


Die Gestalttherapie ist ein von Fritz Perls (1893 - 1970) und seiner Frau Lore entwickeltes achtsamkeitsbasiertes Vorgehen, Aktuelles, sowie Szenen z.B. aus Vergangenheit und Zukunft im "Hier und Jetzt" zu erleben (Gestalttherapeutische Exposition), ihre gefühlte körperlich-emotionale Resonanz zu erspüren (awareness-Konzeption) und ins Bewußtsein zu heben (vgl. Gendlins felt sense).

Alte, oft verzerrende, konfliktbesetzte oder blockierende Wahrnehmungs- und Handlungsmuster werden so voll bewußt. Dies fordert meist eine emotionale, energetisierende Reaktion heraus: Lasse ich mich von diesen Mustern bestimmen?

Statt vorschnell vor diesen unerledigten Situationen (unfinished business) bzw. diesen Sackgassen (stuck state, impass) zurückzuschrecken, öffnet das Aushalten und Akzeptieren (stay with) dieser Situationen im achtsam-liebevollen "Kontakt" mit authentischen Bedürfnissen neue, oft überraschende Wege (Die Kontakttheorie: Der Gestaltformationsprozess, die Organismische Selbstregulation; vgl. Gendlins felt shift). Ein bewußtes schöpferisches Leben kann beginnen.

Unser Kollege Prof. Leslie Greenberg nannte diesen Erlebens- und Mentalisierungsprozess "Emotionen mit Emotionen heilen". Nach über 30jähriger Erforschung der gestalttherapeutischen Wirkungsweise erhielt er 2012 den APA-Award - quasi den Nobelpreis für exzellente Psychotherapieforschung.

Die herausragende Effektstärke (1.51) im Vergleich zu anderen Verfahren erleben wir in unserer gestalttherapeutischen Arbeit quasi täglich. Die gestalttherapeutische Achtsamkeit, Lebendigkeit und Forschungsfreude ist uns zur Lebenshaltung geworden.

 

Jürgen Klatte, 23.6.2015